Italienische Schule,
ca. 1790

Sehr resolut schaut uns Maria Carolina, Königin von Neapel und Sizilien an. Sie war eine Tochter von Kaiserin Maria Theresia und eine Schwester von Marie Antoinette. Ihr Intimfeind war Napoleon I. Als er nach der Scheidung von Josephine eine ihrer Enkelinnen heiratete, war ihr Kommentar „Jetzt bin ich des Teufels Großmutter“.

Höhe 62 mm
Jean-Baptiste Vanacker
(1794 – 1863)

Dieses attraktive junge Paar malte Vanacker 1825. Er ist blauer Uniform mit Goldknöpfen und weißem Kragen dargestellt. Sie, vermutlich seine Frau, trägt ein dunkelblaues Seidenkleid mit Spitzenkragen, dazu eine dreireihige Perlenkette und eine lange Goldkette.
Höhe 56 mm / 53 mm
Heinrich Jakob Aldenrath
(1775 – 1844)

In lebenslanger „treuester Herzens- und Kunstfreundschaft“ lebte Heinrich Jakob mit Friedrich Carl Gröger zusammen. Während Aldenrath Miniaturen malte, war Gröger für große Gemälde zuständig. Dargestellt sind hier der Hamburger Kaufmann Pierre Goderfroy mit seiner Frau Susanne. Gemalt wurden die Porträts zwischen 1815 und 1820.
Höhe 69 mm / 70 mm






Moritz Michael Daffinger
(1790 – 1849)

Wie sein Vater war Daffinger zunächst Porzellanmaler in der Wiener Porzellan-manufaktur. Parallel dazu studierte er an der Wiener Akademie und war Schüler von Herrisch Friedrich Füger. Beim Wiener Kongress war er ein gefragter Porträtist. Beeinflusst von England legte er das Fundament für die „Wiener Schule“.

Höhe 65 mm






Joseph-Nicolaus Peroux
(1771 - 1849)

Selten wurde ein Bildnis auf der Vorderseite auch explizit mit einer Widmung versehen. Das Doppelporträt einer Mutter mit ihrem Kind, das Joseph-Nicolaus Peroux 1815 schuf, trägt am Bildrand die Inschrift „dem Andenken meiner lieben Freunde, von J.N. Peroux, d. 8. Febr. 1815“

Durchmesser 76 mm





Richard Schwager
(1822 - 1880)

Nach einer Apothekerlehre studierte Schwager an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und schloss sich dem Kreis um den Miniaturmaler Moritz Michael Daffinger an. Er schuf eine Vielzahl von Miniaturporträts von wohlhabenden Bürgern und Mitgliedern der Adelshäuser. Im Auftrag vom Kaiser  Franz Joseph I. fertigte er 1854 eine Miniatur der Kaiserin Elisabeth an. Schwager war zudem k.k. Hofmaler. 

Höhe 41 mm



Johann Michael Holder
(1796 - 1861)

Holder war ein auf Kundschaft aus dem Raum Württemberg spezialisierter Miniaturmaler. Er war erst Autodidakt, nach ersten Erfolgen konnte er sich eine weitere Ausbildung in Stuttgart, Dresden und München leisten. Nach seinen Studien kehrte er nach Stuttgart zurück und arbeitete dort bis zu seinem Tod. In den Jahren 1827 bis 1839 hatte er so viele Aufträge, dass er seinen Bruder Gottlieb, der ebenfalls als Maler arbeitete, um Mithilfe bat. Holders Kräfte erlahmten in den 1830er Jahren. Zeitgleich kam die Daguerreotypie auf, so wurde er nun auch Fotograf und nutzte später Fotografien als Vorlagen für Miniaturen.

Hier dargestellt ist Prinzessin Marie von Württemberg, spätere Gräfin Neipperg.

Höhe 108 mm






Gottlieb Holder
(1806 - 1845)

Gottlieb war der jüngere Bruder von Johann Michael und hat dem in den Jahren 1827 bis 1839 geholfen, die vielen Aufträge zu erledigen.

Dies ist ein eigenständiges Werk aus dem Jahre 1840 und zeigt den Zaren Nikolaus I (1796 – 1855) in dunkler Uniform mit Gold-Epauletten, blauem Cordon und Bruststern des imperialen hl. Georg Ordens.

Höhe 50 mm







Leopoldo Lopez
(tätig ca. 1860)

Über diesen Maler ist wenig bekannt. Gemalt hat er hier einen Offizier der spanischen Husaren „Husares de Pavia“ in roter Uniforme mit goldenen Tressen und Pelz-Dolman.

Höhe 51 mm




Heinrich Friedrich Füger
(1751 – 1818)

Füger soll bereits mit elf Jahren Miniaturen gemalt haben und erhielt mit fünfzehn Jahren Unterricht bei Guibal in Ludwigsburg. Sein größtes Interesse galt der Historienmalerei, in der er sich während eines fünfjährigen Romaufenthaltes ab 1776 zu perfektionieren versuchte. Seine finanzielle Lage zwang ihn jedoch, die beim Publikum sehr geschätzten Miniaturbildnisse zu malen. Füger heiratete 1790 eine Schauspielerin des Burgtheaters, wurde 1795 Akademiedirektor und 1806 Direktor der kaiserlichen Gemäldeakademie. 1798 allerdings musste er die Miniaturmalerei wegen eines Augenleidens aufgeben und konnte sich nur noch der Ölmalerei widmen.

Höhe 85 mm


Kein Porträt sondern drei Göttinnen werden in dieser Miniatur eines unbekannten Malers gezeigt. Es ist eine Episode aus der griechischen Mythologie, bekannt als das „Urteil des Paris“. Zur Hochzeit von Peleus und Thetis waren alle Götter außer Eris, Göttin der Zwietracht, eingeladen. Beleidigt, warf sie einen goldenen Apfel mit der Aufschrift „der Schönsten“ unter die Götter. Es entbrannte ein Streit zwischen Hera, Athene und Aphrodite, wem der Apfel gebühre. Zeus legte das Urteil in die Hand eines Sterblichen, des schönen jungen Paris, Sohn des trojanischen Königs Priamos. Alle Göttinnen versuchten, den Prinzen zu bestechen: Hera versprach ihm die ganze Welt, Athene Weisheit, Aphrodite aber die Liebe der schönsten Frau der Welt – Helena – und gewann.

Von vielen Künstlern wurde das Thema aufgegriffen, vor allem weil sie so drei nackte Schönheiten zeigen und sich auf die Mythologie berufen konnten. Meist wurde die Situation vor dem Urteil gezeigt. In dieser Miniatur ist die Entscheidung längst gefallen. Aphrodite und Paris sitzen vertraut unter einem Baum, dahinter Eros. Hera und Athene schauen neidisch zu. Unten rechts turteln zwei Tauben.







Peter Adolph Hall
(1739 – 1793)

Hall war der bedeutendste schwedische Miniatur-Porträtmaler, halt allerdings fast ausschließlich in Paris gearbeitet. Er hat den impressionistischen Malstil eingeführt, der später von vielen Künstlern übernommen wurde. Als Schwede wurde er in die französische Akademie der Feinen Künste aufgenommen. Er malte Porträts des Dauphin de France, von Ludwig XVI, Ludwig XVIII und Charles X.

Von seiner Frau wissen wir, dass er in den Jahren 1782 – 1787 durchschnittlich 70 Porträts im Jahr gemalt hat. Sein jährliches Einkommen belief sich auf 25.000 Livre.

Höhe 53 mm



Pierre Adolphe Hall
(Boras, Schweden 1739 – 1793 Lüttich)
signiert unten rechts



Porträt eines jungen Mannes mit gepuderter Perücke, in silberbestickter taubenblauer Seidenjacke und weißer Halsbinde mit Spitzenjabot.

Wasserfarbe auf Elfenbein, 31 * 26 mm





Lipschütz, tätig um 1835;
signiert und datiert am rechten Bildrand


Miniaturporträt einer jungen Frau mit Iris-Heterochromie. Sie hat eine blaue und eine braune Iris.
Ihr hellbraunes Haar ist kunstvoll in Seitenlocken und einem Zopfdutt mit Schildpattkamm frisiert. Sie trägt ein schulterfreies Kleid und goldene Ohrringe.

Wasserfarbe auf Elfenbein, 58 * 49 mm







Louis Ami Arlaud Jurine (1751 – 1829)
signiert



Porträt von Jean-Matthieu de Bouillanne (1766 – 1814)
Er trägt eine dunkelblaue Jacke, ein weißes Hemd mit Stehkragen und Schleife.
Wasserfarbe und Gouache auf Elfenbein
Höhe: 5,9 cm

Goldrahmen







Rosalba Carriera
(1675 - 1757)

Rosalba Carriera war die Erste, die um 1700 Elfenbein als idealen Malgrund für Miniaturen entdeckte. Da die Optik von Elfenbein der menschlichen Haut sehr ähnlich ist, gestaltete Rosalba die Hautpartien mit dünn aufgetragenen Wasserfarben.

Hier ist eine junge Dame mit Violine und Notenblättern dargestellt. Sie trägt ein weißes Kleid mit grauem Schal und blaue Blütenblätter im Haar. Gemalt wurde dieses Porträt um 1710.

Höhe 100 mm





Rosalba Carriera
(1675 - 1757)

Eine erotische Anspielung ist dieses Bild. Es zeigt eine junge Dame, der das Kleid schon von der Schulter gerutscht ist und die einen kleinen Hund mit ausgestreckter Zunge liebkost.

Wie alle Miniaturen von Rosalba hat auch dieses Bild, gemalt um 1710, einen Blaustich. Sie verwendete oft pflanzliche Farben, die nicht lichtecht waren und ausblichen.

Höhe 73 mm






Rosalba Carriera
(1675 - 1757)

In ihrem sehr eigenen Malstil hat Rosalba Carriera hier eine junge Dame mit Strohhut und Obstkorb dargestellt.

In der Kunstwelt ist Rosalba Carriera besonders für ihre Pastellmalerei bekannt. Ihre Bilder finden wir in bedeutenden Museen. Sie hatte ein großes Atelier mit mehreren Gehilfinnen, die oft den Hintergrund und die Kleidung der Miniaturporträts mit deckenden Farben ausmalten.

Höhe 94 mm