Kein Porträt sondern drei Göttinnen werden in dieser Miniatur eines unbekannten Malers gezeigt. Es ist eine Episode aus der griechischen Mythologie, bekannt als das „Urteil des Paris“. Zur Hochzeit von Peleus und Thetis waren alle Götter außer Eris, Göttin der Zwietracht, eingeladen. Beleidigt, warf sie einen goldenen Apfel mit der Aufschrift „der Schönsten“ unter die Götter. Es entbrannte ein Streit zwischen Hera, Athene und Aphrodite, wem der Apfel gebühre. Zeus legte das Urteil in die Hand eines Sterblichen, des schönen jungen Paris, Sohn des trojanischen Königs Priamos. Alle Göttinnen versuchten, den Prinzen zu bestechen: Hera versprach ihm die ganze Welt, Athene Weisheit, Aphrodite aber die Liebe der schönsten Frau der Welt – Helena – und gewann.
Von vielen Künstlern wurde das Thema aufgegriffen, vor allem weil sie so drei nackte Schönheiten zeigen und sich auf die Mythologie berufen konnten. Meist wurde die Situation vor dem Urteil gezeigt. In dieser Miniatur ist die Entscheidung längst gefallen. Aphrodite und Paris sitzen vertraut unter einem Baum, dahinter Eros. Hera und Athene schauen neidisch zu. Unten rechts turteln zwei Tauben.
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